Zimmerkategorien: wann sich der Aufpreis lohnt und wann nicht
«Junior-Suite» ist ein Name, den ein Hotel selbst vergibt, und im Klassifizierungssystem ausdrücklich keine Suite. Wofür Ihr beim Upgrade wirklich zahlt, wann die zweitbeste Kategorie die klügere ist und welche fünf Fragen Ihr vorher stellen solltet.

Was der Name einer Kategorie bedeutet
Wenig. Die Namen von Zimmerkategorien legt jedes Haus selbst fest. «Deluxe» kann das günstigste Zimmer sein, «Superior» das zweitgünstigste, «Premium» fast alles.
Etwas klarer ist die Suite. Im Kriterienkatalog der Hotelstars Union ist eine Suite ein Zimmer mit mindestens zwei getrennten Räumen, einem Schlaf- und einem Wohnraum. Eine offene Verbindung zwischen beiden genügt. Junior-Suiten sind davon ausdrücklich ausgenommen. Eine Junior-Suite ist also meist ein grösseres Zimmer mit einer Sitzecke, keine Suite.
Wofür Ihr beim Upgrade tatsächlich zahlt
Ein Aufpreis kauft in der Regel eines oder mehrere dieser Dinge: Fläche, Aussicht, Lage im Haus, einen neueren Zustand oder Zugang zu etwas, etwa einer Lounge. Die Frage ist, welches davon Euch auf dieser Reise etwas bringt.
Fläche zählt, wenn Ihr viel Zeit im Zimmer verbringt: bei Regen, bei einem langen Aufenthalt, bei einem Stadthotel im Winter. In einem Strandresort, in dem Ihr tagsüber draussen seid, zählt sie weniger.
Aussicht zählt, wenn sie der Grund der Reise ist. Dann ist es oft die einzige Kategorie, die sich wirklich lohnt, und zwar nur, wenn die Aussicht garantiert ist und nicht «teilweise».
Lage im Haus wird unterschätzt. Das schönere Zimmer über der Bar oder neben dem Lift ist das schlechtere Zimmer.
Zustand ist der unsichtbarste Unterschied. Häuser renovieren nicht alle Kategorien gleichzeitig. Zwei Kategorien mit ähnlichen Namen können zehn Jahre auseinanderliegen.
Wann die zweitbeste Kategorie die klügere ist
Oft. Wenn die zweitbeste Kategorie dieselbe Lage und dieselbe Aussicht hat und die beste nur mehr Fläche bietet, ist der Aufpreis für die meisten Reisen schwer zu rechtfertigen. Umgekehrt ist die günstigste Kategorie häufig die, bei der ein Haus spart: zur Strasse, zum Innenhof, ältester Zustand.
Die typische gute Wahl liegt deshalb in der Mitte, und zwar gezielt, nicht aus Vorsicht.
Fünf Fragen, bevor Ihr bucht
- Welche Kategorie ist auf den Bildern zu sehen, die uns zur Buchung bewegen?
- Ist die Aussicht in dieser Kategorie garantiert oder nur möglich?
- Wann wurde diese Kategorie zuletzt renoviert?
- Wo im Haus liegen diese Zimmer, und was liegt darunter oder daneben?
- Was ist im Preis enthalten, das in der günstigeren Kategorie fehlt?
Diese Fragen könnt Ihr selbst per E-Mail an das Haus stellen. Die Qualität der Antwort sagt Euch dabei fast so viel wie der Inhalt.
Was ich an Eurer Stelle täte
Zuerst festlegen, wofür man auf dieser Reise bezahlen will: Fläche, Aussicht, Ruhe oder Zustand. Dann die Kategorie wählen, die genau das liefert, und nicht die, die am teuersten klingt. Bei einem Honeymoon ist das die wichtigste Entscheidung der ganzen Buchung. Mehr dazu auf der Honeymoon-Seite.


